Georg Zur Deutschen Eiche im Orient Uelzen
 

Logenheim Veerßer Straße 15

Zu Beginn des Jahres 1860 beschlossen 9 in Uelzen wohnende Freimaurer aus den Logen in Salzwedel, Hamburg, Nienburg und Hildesheim auf Anregung des Freimaurers Hoppe und unter Führung von dem damaligen Uelzener Propstes und Freimaurer G. Oberdieck in Uelzen eine Freimaurerloge zu gründen.

Bei dem Großmeister der Großloge von Hannover, dem König Georg V., wurde die Genehmigung erbeten, die neu zu gründende Loge "Georg zur Deutschen Eiche" nennen zu dürfen. "Die Eiche als Wahrzeichen der Stadt Uelzen, dem allerdurchlauchtigsten Namen hinzufügend", wie der Chronist berichtet. Laut Rescript vom 27. Juni 1860 wurde die Konstituierung der Loge unter dem gewünschten Namen gestattet. König Georg erklärte sich gern bereit, die Patenstelle zu übernehmen.

Beratungen folgten auf Beratungen, die Requisiten wurden beschafft, zum größten Teil gestiftet und am 30. August wurde G. Oberdieck zum ersten Meister vom Stuhl gewählt. Eine Reproduktion des in Oel gemalten Portraits, dessen Orginal sich in der St. Marienkirche befindet, hängt in den Logenräumen des Logenhauses in der Veerßer Straße 15.

Die Installation, das Fest der "Lichteinbringung", geschah am 21. September 1860. Da heißt es im Protokoll: "Freundlich lächelt die Sonne. Die Eisenbahn und die Post-Extrawagen brachten der Brüder viele, die teilnehmen wollten an dem schönen Feste der Lichteinbringung." Insgesamt waren 96 Freimaurer anwesend. Die Feier fand statt im "Clubhaus", Lüneburger Straße 36, welches für mehrere Jahrzehnte das erste Heim der Uelzener Freimaurerloge wurde.

In Vertretung des Königlichen Großmeisters wurde die Lichteinbringung durch den zugeordneten Großmeister vollzogen, der als Patengeschenk des Königs eine Bibel überreichte mit dessen eigenhändiger Eintragung, welche lautet: " Daran haben wir erkannt die Liebe, daß er sein Leben für uns gelassen hat, und wir sollen auch das Leben für die Brüder lassen."

"Schnell schlug die gepflanzte Eiche", so berichtet der Chronist "neue Äste und Zweige, neues Laub kam und ging, und daß der Gärtner ab und zu eingreifen mußte, dürre Zweige zu entfernen, schwache zu stützen - das ist nun einmal der Lauf der Welt!"

Das Jahr 1866, das nicht nur in der Politik Umwälzungen brachte, forderte auch von der Uelzener Freimaurerloge Änderungen. Die Großloge in Hannover wurde aufgelöst. Nach langen Überlegungen und auch wohl nach manchen Kämpfen entschlossen sich die Uelzener Freimaurer der Großen National-Mutterloge "Zu den 3 Weltkugeln" in Berlin beizutreten. Dieses Mutter-Tochter-Verhältnis blieb fast 70 Jahre bestehen, nämlich bis zum Verbot der Freimaurerei in den Dunkeljahren unseres Volkes nach 1933. Denn das vornehmste Ziel der Loge, das Wirken für Freiheit und Menschenwürde stand im Gegensatz zu der despotischen und anti-humanitären Geisteshaltung der Machthaber.

Die Folge war Verfolgung der Freimaurer, Beschlagnahme der Logenakten, Raub des Logeninventars und des Vermögens. Dennoch trafen sich die Uelzener Freimaurer heimlich bei Stammtischen oder zu Skatabenden in Ihren Wohnungen.

Trotz der Schwierigkeiten in der Besatzungszeit nach dem Zweiten Weltkrieg trafen sich die Uelzener Freimaurer schon bald wieder regelmäßig und beschlossen am 16 Oktober 1947 die Neugründung der Loge. Da die Genehmigung durch die britischen Militärbehörden auf sich warten ließ, wurde die Zeit genutzt, um Ritualgegenstände zu beschaffen, oder besser gesagt, sie wurden gestiftet. Altar und Säulen, um nur ein Beispiel zu nennen, ließ beispielsweise einer der Mitglieder in seiner Werkstatt anfertigen.

Nach zwei Jahren erflolgte schließlich die Genehmigung, so daß am 18 September 1949 die feierliche Lichteinbringung stattfinden konnte, und zwar im Clubhaus. In den letzten Jahren vor 1933 war in einem schönen Tempel in den "Drei Linden" gearbeitet worden. Von dem Eifer der Uelzener Freimaurer zeugt, daß bereits vor der Installation, am 24. August 1949, in der Aula der Mittelschule die erste Meistererhebung durchgeführt wurde. Allerdings wegen der fehlenden Gerätschaften nur symbolisch. Man hatte der Eiche wohl im blindwütigem Haß der national- sozialistischen Gewaltherrschaft den Stamm abhauen können, die Wurzel aber blieb gesund. Ein neuer Stamm entsproß ihr, bildete Äste und Zweige und wuchs und gedieh wieder.

Bis 1960 wurde im Uelzener Clubhaus gearbeitet. Doch mußte dann die Räumung erfolgen, da das Clubhaus zum Abbruch verurteilt war. So erfolgte die Jubiläumsfeier des 100-jährigen Bestehens der Loge im Saale des Gildehauses. Bald danach konnte das Haus Linsigenstraße 22 angemietet werden. Dank Einmütigkeit und Opferbereitschaft aller Brüder verfügte die Loge nun zum ersten Mal über eigene, wenn auch gemietete Räume. Das Logenleben wurde intensiviert. Tempelarbeiten wurden regelmäßig durchgeführt und in vielen brüderlichen Zusammenkünften lernten sich die Mitglieder der Loge noch besser kennen und verstehen. Durch viele glückliche Umstände konnte im Dezember 1963 ein neues Logenheim in der Ebstorfer Straße 41 bezogen werden, wo für die Arbeiten ein schöner und großer Tempel zur Verfügung stand.

Seit 1981 arbeitet die Loge in eigenen Räumen in der zweiten Etage in der Veerßer Straße 15, Telefon 05681-71248 ( auch Anrufbeantworter).

Interessenten können sich gern zu Gästeabenden einladen lassen.

Schreiben Sie an

Freimaurerloge Georg zur Deutschen Eiche

Veerßer Straße 15

29525 Uelzen